Großübung Technischer Einsatz

Am Samstag, den 19. August 2023, wurde eine Großübung der Freiwilligen Feuerwehr Absdorf gemeinsam mit den Feuerwehren Königsbrunn am Wagram, Utzenlaa und Kirchberg am Wagram durchgeführt.

Die genannten Feuerwehren werden im überarbeiteten Alarmplan auf der Stockerauer Schnellstraße S5 bei dem Meldebild T2 Menschrettung (eine oder mehrere eingeklemmte Personen) gemeinsam alarmiert, um ausreichend Rettungssätze bei den leider immer schwerwiegenderen technischen Einsätzen zur Verfügung zu haben.

Übungsannahme

Die Übungsannahme war ein Verkehrsunfall mit mehreren Kraftfahrzeugen und einem Lastkraftwagen, welcher eine Sperre der Schnellstraße verursachte. Mehrere Personen waren in den Fahrzeugen eingeklemmt oder konnten sich nicht selbstständig daraus befreien.

Übungsgelände

Als Übungsgelände diente der Rübenplatz Königsbrunn am Wagram, wo Markierungen für die Darstellung der Schnellstraße aufgebracht wurden und eine seitliche Abgrenzung der Fahrbahn hergestellt wurde.

Eine Rettungsgasse durch private PKW sorgte für eine realistische Zufahrt zur Übungsstelle und über eine Musikanlage abgespielte Straßengeräusche von vorbeifahrendem Fahrzeugverkehr erschwerte die Kommunikation der Einsatzkräfte.

Unfallszenario

Der Lenker des Lastkraftwagen war verletzt im Führerhaus und musste befreit werden. Ein nachkommender PKW-Lenker kam unter den Sattelanhänger des LKW, war nicht ansprechbar und eingeklemmt.

Ein nachkommender Pritschenwagen mit Flüssigkeitstank kam beim Bremsversuch ins Schleudern und kollidierte mit einem Personenkraftwagen.

Der Zugang zum Fahrer des Pritschenwagens war blockiert und eine auf der Ladeboardwand befindliche Person war unter dem Tank mit dem Fuß eingeklemmt. Die im PKW befindlichen Personen konnten sich nur auf Spanisch verständigen, hatten offene Knochenbrüche und schwere Verletzungen an den Beinen.

Übungsablauf

Das zeitliche Eintreffen der Feuerwehren erfolgte entsprechend der realen Entfernungen.

Die ersteintreffende Feuerwehr Utzenlaa mit Kleinlöschfahrzeug übernahm die Übungsleitung und legte nach der Lagefeststellung am Übungsort die Priorisierung der Menschrettung des Eingeklemmten unter dem Sattelschlepper fest, da die übrigen Beteiligten verletzt, aber ansprechbar waren. Der Aufbau des Brandschutzes und die Absicherung erfolgten parallel.

Die zweiteintreffende Feuerwehr Absdorf mit Rüstlöschfahrzeug und Hilfeleistungsfahrzeug 3 baute einen zweiten Brandschutz mittels HD-Rohr und in weiterer Folge mittels C-Rohr auf, übernahm die Personenbetreuung der weiteren Unfallteilnehmer und unterstützte bei der Rettung der eingeklemmten Person unter dem Sattelschlepper. Die austretende Flüssigkeit aus der Leckage des Tanks am Pritschenwagen, welche sich als nicht gefährlich herausstellte, wurde mittels Auffangwanne sichergestellt.

Die nachfolgende Feuerwehr Königsbrunn am Wagram mit Hilfeleistungsfahrzeug 2 wurde mit der Rettung der Person aus dem Führerhaus des LKW beauftragt, wofür eine provisorische Rettungsplattform für ein erleichtertes Arbeiten geschaffen wurde. Das Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Absdorf war mit unterstützenden Tätigkeiten eingesetzt.

Die Feuerwehr Kirchberg am Wagram mit Rüstlöschfahrzeug, Versorgungsfahrzeug, Mannschaftstransportwagen und dem weitesten Anfahrtsweg hatte die Aufgabe, die Personen beim Pritschenwagen und des nebenstehenden PKW gemeinsam mit den verfügbaren Kameradinnen der Feuerwehren vor Ort zu befreien und eine Übungsleitung für die weitere Koordination der Einsatzkräfte aufzubauen.

Technische Hilfsmittel

  • Durch den Aufbau von zwei Bereitstellungsplanen, waren benötigte Hilfsmittel und Gerätschaften prompt zur Stelle, da die Einsatzfahrzeuge aufgrund der Gegebenheiten doch etwas entfernt standen.
  • Der Lehrbuchmäßige Aufbau des Brandschutzes war nicht benötigt
  • Um zusätzliche Erschütterungen durch die Arbeiten an den Übungsfahrzeugen und in weiterer Folge an den darin befindlichen Personen zu vermeiden, wurden die Fahrzeuge mittels Unterlegkeilen gesichert
  • Drei hydraulischen Rettungssätzen mit Schere, Spreitzer und Zylinder waren für das zurückformen eingedrückter Fahrzeugteile sowie entfernen von Türen und B-Säule zur Personenbefreiung notwendig
  • Durch den Einsatz von Spineboard, Schaufeltrage und Korbschleiftrage wird eine schonende Rettung und Übergabe der Verletzten an den Rettungsdienst ermöglicht
  • Der Aufbau einer improvisierten Rettungsplattform erleichterte die Arbeit und den Zugang zum Führerhaus des Lastkraftwagens

Übungserkenntnis

Das Resümee der Übungsbeobachter Abschnittsfeuerwehrkommandant Ernst Mantler und Abschnittsfeuerwehrkommandant-stv. Friedrich Staller war ein sehr positives, wo vor allem die hervorragende Zusammenarbeit der Feuerwehren und die Professionalität der KameradInnen bei der Übungsabwicklung hervorgehoben wurden, wodurch das Erreichen des Übungszieles bestätigt wurde.

Josef Schachenhuber, Kommandant Freiwillige Feuerwehr Absdorf: „Ein großes Lob und ein Großer Dank allen Beteiligten, von der Übungsausarbeitung bis zur Teilnahme der 57 Kameradinnen und Kameraden an dieser Großübung Technischer Einsatz!“

 

Gemeinsamer Abschluss

Die Marktgemeinden Absdorf, Königsbrunn am Wagram und Kirchberg am Wagram luden nach der Übung ins Feuerwehrhaus Absdorf zu Speis und Trank ein. Die anwesenden Bürgermeister Franz Dam und Franz Aigner bedankten sich bei den Kameradinnen und Kameraden für die geleistete Arbeit und den unermüdlichen Einsatz über das ganze Jahr.

Video- und Drohnenaufnahmen: © Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn am Wagram

Video- und Drohnenaufnahmen: © Freiberger Scharl-Studios, Freiwillige Feuerwehr Kirchberg am Wagram

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